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Bundesarchiv

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B. Die überlieferten Bestände

Eine Auflistung aller Bestände mit Beschreibung und Angabe von Laufzeiten und Umfängen ist auf der Internetseite des Bundesarchivs (www.bundesarchiv.de) unter „Beständeübersicht online“ zu finden. Grundsätzlich ist anzumerken, daß die Verluste bei den Unterlagen der Preußischen Armee am spürbarsten bei den zentralen Stellen sind. So sind etwa vom Militärkabinett nur 35 Akten überliefert. Und auch wenn sich 801 Akten vom Preußischen Kriegsministerium und 1006 Akten vom Großen Generalstab nach einem respektablen Umfang anhören, muß dies doch verglichen werden mit 2919 Akten der Kaiserlichen Admiralität und 2034 Akten des Kaiserlichen Marinekabinetts(beide bei erheblich kürzerer Laufzeit) oder gar den 24.181 Akten und etwa 10.000 Zeichnungen und Plänen des Reichsmarineamtes. Ausgehend von diesen Relationen kann der Umfang des Verlustes erahnt werden. Daher läßt sich vieles am militärischen Geschehen des Ersten Weltkrieges anhand amtlicher Unterlagen nicht mehr direkt erschließen. Es kann dies mittels der nach dem Ersten Weltkrieg im Reichsarchiv anhand der damals noch vorhandenen Unterlagen erstellten Ausarbeitungen zum Kriegsgeschehen naturgemäß nicht völlig ausgeglichen werden. Gleichwohl ist die Spannbreite des vorhandenen Materials ebenso wie sein Umfang keinesfalls zu vernachlässigen. Auch bei den Unterlagen der Preußischen Armee gibt es einzelne sehr reichlich dokumentierte Bereiche (s. Beständeübersicht im Internet). Die erwähnten Unterlagen des Großen Generalstabes und des Kriegsministeriums sind natürlich, auch wenn sie stark reduziert sind, Kernstücke der Überlieferung.
 
Wie schon angeführt, dienen die sehr reichlich vorhandenen Unterlagen der Kaiserlichen Marine über weite Strecken auch als Ersatzüberlieferung, bzw. als Ergänzung zur lückenhaften Überlieferung der Armee. Gerade in den Unterlagen der obersten Marinestellen finden sich eben nicht nur Marinebetreffe, sondern auch Aspekte der Gesamt-Kriegsführung wie auch der politischen und sozialen Lage. Mitunter empfehlen sich hier Einblicknahmen selbst bei primär nicht marine- oder seekriegsgeschichtlichen Fragestellungen.
Anzuführen ist an dieser Stelle die hohe Bedeutung der entsprechenden Unterlagen der ehemaligen Kriegsarchive Bayerns, Sachsens und Württembergs, heute aufbewahrt in den Hauptstaatsarchiven München, Dresden, Stuttgart und dem Generallandesarchiv Karlsruhe. Insbesondere auf die Bedeutung des Kriegsarchivs des Bayerischen Hauptstaatsarchives in München im Hinblick auf Empfängerschriftgut preußischer/kaiserlicher Herkunft sei hier verwiesen.
 
Neben den gewöhnlichen Akten sind im Marinebereich noch eine Vielzahl von technischen Zeichnungen vorhanden. In unterschiedlicher Form und Größe, von verschiedener Detailtiefe und Qualität sind von der Masse der Schiffe und Boote der Kaiserlichen Marine Pläne und Zeichnungen vorhanden. Vereinzelt liegen auch Vorkriegs-Zeichnungen von Befestigungsanlagen vor.
 
Nur in geringem Umfang sind Plakate und amtliche Aushänge vorhanden. Hierfür muß auf die weit reichhaltigeren Bestände der Abteilung B des Bundesarchivs in Koblenz und die dortige Plakatsammlung verwiesen werden. Dasselbe gilt für Photographien. Hier ist an die Bildsammlung im Bundesarchiv in Koblenz zu verweisen, das Militärarchiv verfügt nur über einige wenige untrennbar mit den Beständen verbundene kleine Bildsammlungen und in den Nachlässen einige Photoalben.
 
Anzufügen ist an dieser Stelle, daß neben dem staatlichen Schriftgut auch zahlreiche Nachlässe vorhanden sind, die in Anbetracht der starken Schriftgutverluste wervolle Ergänzungen darstellen. Hierfür sei auf die „Zentrale Datenbank Nachlässe“ auf der Internetseite des Bundesarchivs (s.o.) verwiesen.
 
Personenbezogene Unterlagen aus der Zeit vor 1918 finden sich im Militärarchiv nur sehr wenige und allgemein muß für derartige Interessen an das Krankenbuchlager in Berlin verwiesen werden. Nur ein geringer Teil der dort verwahrten Krankenunterlagen wurde bisher an das Militärarchiv abgegeben. Auskünfte über Verluste und Zugehörigkeiten zu bestimmten Einheiten kann das Militärarchiv nicht erteilen.
 
Der Zugang zu den Unterlagen aus dem Ersten Weltkrieg unterliegt keinerlei Restriktionen, es gibt keinerlei irgendwie gesperrtes Material. Wie auch anderswo üblich, ist lediglich eine Anmeldung etwa drei Wochen vorher nötig, um einen Arbeitsplatz reservieren zu können.
Findmittel verschiedener Art erleichtern den Benutzern im Lesesaal das Aufspüren relevanter Signaturen, die Vorab-Recherche zuhause in der Internet-Beständeübersicht ermöglicht eine gezielte Vorbereitung und bei Schwierigkeiten stehen die Facharchivare natürlich mit ihrem Rat zur Verfügung.
 
Dr. Thomas Menzel
Bundesarchiv-Militärarchiv

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