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Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

Die Sammlung Weltkriegsliteratur 1914-1918 der Deutschen Nationalbibliothek

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Die Deutsche Nationalbibliothek besitzt in ihrem Leipziger Bestand – neben all den deutschen und deutschsprachigen Publikationen, die den Ersten Weltkrieg thematisieren – zahlreiche weitere Dokumente, die im Rahmen einer Weltkriegssammlung zusammengetragen wurden. Die damalige Deutsche Bücherei begann diese Kriegssammlung im September 1914, ungefähr zeitgleich mit anderen wissenschaftlichen Bibliotheken des Deutschen Reiches, so in Berlin und München. Im Oktober 1914 erfolgte ein erster Aufruf zur Einsendung von Materialien im „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“. Weiterhin ergingen Aufrufe an 163 Militär- und Zivilbehörden, an Vereine, rund 2.000 Zeitungen und Zeitschriften sowie an 770 „im Felde stehende Buchhändler“. Im Jahr 1915 wurden auch Archive, Museen, Bibliotheken, Geschichtsvereine, studentische Verbindungen u. a. zur Mithilfe gebeten. Aufgabe der neuen Dienststelle, die 1914/16 provisorisch im Leipziger Buchhändlerhaus untergebracht war, sollte die Sammlung der Kriegsdrucksachen im weitesten Sinne werden. Neben der zum Sammelgebiet gehörenden Buch-, Broschüren-, Zeitschriften-, Zeitungs- und Kartenproduktion (mit Stand von 1921: ca. 35.000 Bücher/Broschüren, 1.300 Kriegskarten sowie über 600 Kriegszeitungen) zählte die Sammlung Anfang 1919 rund 55.000 Einheiten, darunter rund 15.000 Plakate, 150 Flugblätter, 40 Kapseln mit Einblattdrucken (Gedichte, Kriegspredigten, Karikaturen) sowie Fotografien, Notgeld und Lebensmittelmarken. Bereits im Sommer 1917 wurde die Kriegssammlung auf das zum Sammelgebiet der Bibliothek gehörende Material beschränkt und die Abteilung Ende März 1919 offiziell aufgelöst. In den 1920er Jahren gelangte die Notgeldsammlung an das Deutsche Museum für Buch- und Schrift, das heutige Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek. Lebensmittelmarken, Fotografien und fremdsprachigen Tageszeitungen aus den okkupierten Gebieten wurden an die vormalige Weltkriegsbücherei in Stuttgart, die jetzige Bibliothek für Zeitgeschichte übergeben. Die Weltkriegssammlung ist durch einen gesonderten Zettelkatalog inhaltlich erschlossen, der Nutzern in Leipzig auch heute zur Verfügung steht. Dieser umfasst ca. 40.000 Einträge, einschließlich Belletristik, systematisiert nach 20 Themengruppen. Die Bibliothek plant, den Katalog in digitaler Form zugänglich zu machen. Die vorhandenen Bestände können vor Ort benutzt werden.


Michael Fernau
Deutsche Nationalbibliothek - Direktor und ständiger Vertreter der Generaldirektorin in Leipzig
(Stand: 01/2012)


 


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