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Chronik 1914-1918

aus: Enzyklopädie Erster Weltkrieg, hg. von Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz, 2. Aufl., Paderborn 2004.*

* mit freundlicher Genehmigung des Schöningh Verlages

 

1914 | 1915 | 1916 | 1917 | 1918


1914
05. Juli »Hoyos-Mission«: Kaiser Wilhelm II. sichert Österreich-Ungarn die dt. Unterstützung zu.
23. Juli Österreich-Ungarn stellt Serbien ein Ultimatum.
25. Juli Mobilmachung der serb. Armee. Der russ. Kronrat beschließt die Unterstützung Serbiens.
28. Juli Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg.
30. Juli Generalmobilmachung der russ. Armee.
31. Juli Generalmobilmachung Österreich-Ungarns und Belgiens.
01. August Deutschland erklärt Rußland den Krieg. Generalmobilmachung Deutschlands und Frankreichs. Italien erklärt seine Neutralität.
02. August Dt. Einmarsch in Luxemburg. Deutschland richtet ein Ultimatum an Belgien mit der Forderung nach freiem Durchmarsch. Dt.-türk. Bündnisvertrag.
03. August Deutschland erklärt Frankreich den Krieg. Die brit. Armee macht mobil. Brit. Ultimatum an Deutschland. Rumänien erklärt seine Neutralität.
04. August Großbritannien bricht seine Beziehungen zu Deutschland ab (Kriegszustand). Die Parteien des dt. Reichstags bewilligen die Kriegskredite; Ermächtigung des Bundesrats zu Verordnungen. Ausrufung des »Burgfriedens« durch den Kaiser. Einmarsch dt. Truppen in Belgien.
06. August Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Rußland. Serbien erklärt Deutschland den Krieg.
07. August Montenegro erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
09.-16. August Das brit. Expeditionskorps geht in Frankreich an Land.
10. August Schlacht von Mühlhausen: Frz. Verbände räumen die Stadt. Die dt. Kreuzer Goeben und Breslau erreichen Konstantinopel.
11. August Frankreich erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. Einmarsch österr.-ungar. Truppen in Serbien.
12. August Großbritannien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. Kriegserklärung Montenegros an Deutschland.
12.-21. August Scheitern der österr.-ungar. Offensive gegen Serbien an der Drina.
13. August Die Kriegsrohstoffabteilung unter Walther Rathenau nimmt ihre Arbeit auf.
15. August Russ. Truppen marschieren in Ostpreußen ein.
16. August Die Festung Lüttich wird nach tagelangem Beschuß der dt. Artillerie endgültig zerstört.
17. August Heftige Kämpfe in Stallupönen (Ostpreußen).
19./20. August Dt. Truppen besetzen Brüssel: die belg. Armeeführung flieht nach Antwerpen. Schlacht bei Gumbinnen: die dt. 8. Armee räumt Teile Ostpreußens.
20.-22. August Schlacht in Lothringen: schwere frz. Verluste.
22. August Einmarsch russ. Truppen in Galizien. Schlacht bei Krasnik (23.-25.8.) und Komarów (26.-31.8.)
23. August Kriegserklärung Japans an Deutschland. Österreich-Ungarn erklärt Japan den Krieg. Hindenburg übernimmt die Führung der 8. Armee (Ostfront).
25. August Zerstörung der Bibliothek von Löwen durch dt. Truppen. Einnahme der Festung Namur.
26.-30. August Schlacht bei Tannenberg: Vernichtung der russ. Narew-Armee.
28. August Österreich-Ungarn erklärt Belgien den Krieg. Seegefecht nahe der Insel Helgoland. Die dt. Kolonie Togo wird an die Briten übergeben.
01.-10. September Schlacht bei Lemberg: Rückzug der österr.-ungar. Armee. Einschließung der Festung Przemysl durch dt. Verbände.
02. September Dt. Truppen erreichen die Marne und bedrohen Paris. Die frz. Regierung zieht sich nach Bordeaux zurück. Russ. Truppen besetzen Lemberg.
05.-12. September 1. Marne-Schlacht.
06. September Serb. Offensive an der unteren Save (bis Jan. 1915).
07.-15. September Schlacht an den Masurischen Seen.
12. September Beginn der 1. Schlacht an der Aisne (bis 24.10.): »Wettlauf zum Meer«.
14. September Ablösung Moltkes als Generalstabschef durch Falkenhayn (2. OHL).
18.-20. September Beschießung der Kathedrale von Reims durch dt. Verbände.
24. September - 12. Oktober Belagerung der Festung Przemysl durch die Russen.
04. Oktober »Aufruf an die Kulturwelt« von 93 dt. Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern.
09. Oktober Einnahme Antwerpens. Flucht der belg. Regierung über Ostende nach Le Havre (13.10.).
15. Oktober Montenegro erklärt Bulgarien den Krieg.
20. Oktober Beginn der 1. Flandern-Schlacht (bis Mitte Nov.). Die türk. Flotte bombardiert russ. Häfen am Schwarzen Meer.
22. Oktober Österr.-ungar. Truppen nehmen Czernowitz wieder ein.
28. Oktober Flandrisches Küstengebiet wird von der belg. Armee geflutet.
29. Oktober Serbien erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg. Das Osmanische Reich erklärt Rußland und Frankreich den Krieg. Kreuzer Goeben beschießt russ. Häfen am Schwarzen Meer.
01. November Hindenburg und Ludendorff erhalten den Oberbefehl über die Ostfront. Sieg Admiral Spees bei Coronel.
02.-6. November Rußland (2.11.) Großbritannien (5.11.) und Frankreich (6.11.) erklären dem Osmanischen Reich den Krieg.
03.-5. November Lettow-Vorbecks Schutztruppe besiegt brit. Einheiten bei Tanga (Deutsch-Ostafrika).
07. November Der dt. Marinestützpunkt Tsingtau kapituliert vor den Japanern.
08. Nov. – 15. Dez. Niederlagen und Rückzug der serb. Armee.
08. November Russ. Truppen belagern erneut die Festung Przemysl (bis 22.3.1915).
14. November Ausrufung des Heiligen Krieges (jihad) gegen die Entente durch den Kalifen Mehmed V. Reshad in Konstantinopel. Mitte November; Verlustreiche Kämpfe in Flandern (Langemarck). Die gesamte Westfront geht zum Stellungskrieg über.
16. November Offensive der österr.-ungar. Armee in Galizien und Russisch-Polen. Papst Benedikt XV. erläßt eine »Friedensenzyklika«.
18. November Frz. Regierung kehrt nach Paris zurück.
27. November Czernowitz wird von österr.-ungar. Truppen geräumt.
02. Dezember Belgrad wird von der österr.-ungar. Armee besetzt.
06. Dezember Dt. Truppen nehmen Lodz ein.
08. Dezember Dt. Kreuzergeschwader wird bei den Falkland-Inseln durch brit. Marine vernichtet. Beginn der 1. Champagne-Schlacht (bis 17.3.1915): »Winterschlacht in der Champagne«.
15. Dezember Serb. Truppen erobern Belgrad zurück.
17. Dezember Beginn der 1. Artois-Offensive (bis 20.12.).
20. Dezember Türk. Truppen rücken bis zum Suezkanal vor.
21. Dezember Brit. Truppen erobern Basra.
   
1915 Chronik Erster Weltkrieg 1915
   
Januar – April Karpatenkämpfe: die Offensive Conrad von Hötzendorfs führt zu einer Katastrophe für die österr.-ungar. Armee.
24. Januar Unentschiedenes Seegefecht zwischen der brit. und dt. Marine auf der Doggerbank.
25. Januar Einführung von Brotmarken in Deutschland: Rationierung von Lebensmitteln.
04. Februar Deutschland erklärt das Seegebiet um die brit. Inseln zum Sperrgebiet.
07.-21. Februar Winterschlacht in Masuren: 100.000 russ. Gefangene.
19. Februar Alliierter Flottenverband versucht Durchbruch durch die Dardanellen-Meerenge.
22. Februar Beginn des dt. uneingeschränkten U-Boot-Kriegs.
18. März Scheitern des erneuten alliierten Angriffs gegen die Dardanellen.
April/Mai 2. Flandern-Schlacht, dt. Einsatz von Giftgas (22.4.).
25. April Landung brit., ANZAC und frz. Truppen auf der Halbinsel Gallipoli.
26. April »Londoner Vertrag«: Geheimabkommen der Entente mit der ital. Regierung führt zum Kriegseintritt Italiens. Dt. Offensive in Litauen und Kurland.
Anfang Mai Schlacht von Gorlice-Tarnów: dt. und österr.-ungar. Truppen besetzen Gorlice (2.5.) und Tarnów (6.5.). Galizien weitgehend von russ. Truppen geräumt.
07. Mai Versenkung des brit. Passagierdampfers Lusitania durch ein dt. U-Boot: Konflikt mit den USA.
09. Mai Beginn der 2. Artois-Offensive der frz. Armee (bis 18.7.).
13. Mai Die US-Regierung verlangt in einer Protestnote die Rückkehr zum U-Boot-Krieg nach Prisenordnung. Südafrikanische Truppen unter Louis Botha erobern Windhuk.
20. Mai Höhepunkt der Kriegszielagitation (Annexionen) in Deutschland: »Verbände-Denkschrift« der sechs großen Wirtschaftsverbände.
23. Mai Italien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
04. Juni ANZAC-Truppen erleiden schwere Verluste auf Gallipoli. Die Festung Przemysl wird von dt. und österr.-ungar. Truppen zurückerobert.
22. Juni Österr.-ungar. Truppen erobern Lemberg zurück.
23. Juni Beginn der 1. Isonzo-Schlacht (bis 7. 7.).
Anfang Juli Dt. Offensive an Bug und Weichsel. Konferenz der alliierten Militärchefs in Chantilly: Abstimmung über Herbstoffensive.
08. Juli »Intellektuelleneingabe« mit 1347 Unterschriften erhebt weitreichende Kriegszielforderungen. Eine gemäßigtere »Gegeneingabe« (9.7.) versammelt nur 141 Unterzeichner.
09. Juli Kapitulation der Kolonie Deutsch-Südwestafrika.
13. Juli Beginn der dt. Offensive am Narew (bis 24.8).
18. Juli Beginn der 2. Isonzo-Schlacht (bis 10.8.).
4./5. August Einnahme von Warschau durch dt. Truppen.
19. August Versenkung des engl. Passagierdampfers Arabic durch dt. U-Boot.
21. August Italien erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg.
26. August Dt. Bug-Armee erobert Brest-Litowsk.
06. September Bündnisvertrag Deutschlands und Österreich-Ungarns mit Bulgarien.
18. September Dt. Einschränkung des U-Boot-Handelskriegs als Antwort auf den drohenden Kriegseintritt der USA.
22. September Beginn der 2. Champagne-Schlacht (»Herbstschlacht in der Champagne«)
25. September Beginn der 3. frz. Artois-Offensive (bis 11.10.).
05. Oktober Die ersten brit. und frz. Verbände landen in Saloniki.
06. Oktober Beginn der Offensive der Mittelmächte gegen Serbien.
09. Oktober Eroberung Belgrads durch die österr.-ungar. Armee.
14. Oktober Kriegserklärung Bulgariens an Serbien.
15. Oktober Großbritannien erklärt Bulgarien den Krieg.
16. Oktober Frankreich erklärt Bulgarien den Krieg.
18. Oktober Beginn der 3. Isonzo-Schlacht (bis 5.11.).
08. November Der ital. Dampfer Ancona wird von einem österr.-ungar. U-Boot versenkt.
10. November Beginn der 4. Isonzo-Schlacht (bis 11. 12.).
23. November Abschluß der k. u. k. Offensive gegen Serbien: Reste der serb. Armee ziehen sich an die adriatische Küste zurück.
06.-08. Dezember 2. Konferenz der Entente in Chantilly: Planung einer gemeinsamen Offensive.
20. Dezember Größerer Rückzug britischer und ANZAC-Verbände von Gallipoli.
21. Dezember Im Reichstag stimmen 20 SPD-Abgeordnete gegen die Bewilligung weiterer Kriegskredite.
29. Dezember

Rückzug der dt. Schutztruppen von Kamerun auf span. Kolonialgebiet.

   
1916 Chronik Erster Weltkrieg 1916
   
01. Januar Gründung der »Gruppe Internationale« durch Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg: Anfänge des Spartakusbundes.
23. Januar Das Königreich Montenegro kapituliert nach einer dreiwöchigen Offensive der österr.-ungar. Armee.
27. Januar Im Vereinigten Königreich (mit Ausnahme Irlands) wird die Wehrpflicht für alle ledigen Männer zwischen 18 und 41 Jahren eingeführt (im Mai erweitert auf Verheiratete).
11. Februar Erklärung der Reichsleitung, daß bewaffnete feindliche Handelsschiffe künftig wie Kriegsschiffe behandelt werden.
21. Februar Beginn der Kämpfe um Verdun (bis Ende Juli).
25. Februar General Pétain übernimmt den Oberbefehl über die frz. Verbände bei Verdun. Dt. Truppen erobern das Fort Douaumont.
01. März Beginn der 5. Isonzo-Schlacht (bis 15.3.).
04. März Das Deutsche Reich setzt den uneingeschränkten U-Boot-Krieg vorübergehend aus: Rücktritt des Großadmirals Alfred von Tirpitz (15.3.).
09. März Das Deutsche Reich erklärt Portugal den Krieg.
24. März Versenkung des frz. Dampfers Sussex. Nach amerik. Protesten vorübergehende Einstellung des dt. U-Boot-Kriegs.
29. April Kapitulation des brit. Expeditionskorps (ind. Division) bei Kut al-Amara vor den Türken.
15. Mai Beginn der österr.-ungar. Offensive in Südtirol.
16. Mai Sykes-Picot-Abkommen.
22. Mai Die Reichsregierung errichtet ein Kriegsernährungsamt zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung.
27. Mai Rede des amerik. Präsidenten Woodrow Wilson: »Frieden ohne Sieger und Besiegte«.
31. Mai Seeschlacht am Skagerrak (bis 1. 6.).
04. Juni Beginn der Brussilow-Offensive auf einer Frontlänge von 350 km von Wolhynien bis in die Bukowina (bis Ende Aug.).
05. Juni Beginn des arabischen Aufstandes gegen die türk. Herrschaft.
07. Juni Fort Vaux bei Verdun wird durch dt. Truppen erobert.
01. Juli Beginn der Schlacht an der Somme (bis 25.11.).
4. August Beginn der 6. Isonzo-Schlacht (bis 16. 8.): Ital. Truppen erobern die Stadt Görz und die Hochfläche von Doberdó.
17. August Rumänien tritt der Entente bei.
27. August Rumänien erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
28. August Italien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg. Das Deutsche Reich, Bulgarien und das Osmanische Reich erklären Rumänien den Krieg.
29. August Rücktritt Falkenhayns (28.8.): Hindenburg wird zum Chef des Generalstabs des Feldheeres und Ludendorff zum Ersten Generalquartiermeister ernannt (3. OHL).
03. September Feldzug der Mittelmächte gegen Rumänien (bis Dez.): Niederlagen der Rumänen bei Hermannstadt (26.9.) und Kronstadt (8.10.).
06. September Einsetzung eines gemeinsamen Oberkommandos der Mittelmächte.
13. September Monastir-Offensive der Entente in Makedonien (bis 15.12).
15. September Erster Einsatz brit. Tanks an der Somme-Front.
30. September Hindenburg-Programm: Mobilisierung zusätzlicher Arbeitskräfte und Steigerung der Rüstungsproduktion.
24. Oktober Frz. Gegenoffensive bei Verdun (bis 3.11.: Fort Vaux).
05. November Proklamation eines von den Mittelmächten abhängigen »Königreich Polen«.
21. November Tod des Kaisers Franz Joseph von Österreich-Ungarn.
05. Dezember Der Reichstag beschließt das Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst.
06. Dezember Dt. Truppen besetzen Bukarest.
12. Dezember Friedensangebot der Mittelmächte an den amerik. Präsidenten.
Mitte Dezember Ende der Kämpfe um Verdun: Frz. Truppen besetzen Fort Douaumont.
18. Dezember Aufforderung des US-Präsidenten an die kriegführenden Mächte, ihre Friedensbedingungen und Forderungen offen zu erörtern.
26. Dezember Das Deutsche Reich erklärt sich zur Teilnahme an einer Friedenskonferenz bereit, lehnt jedoch eine amerik. Vermittlung ab.
30. Dezember Die Alliierten weisen die dt. Friedensinitiative zurück.
   

1917

Chronik Erster Weltkrieg 1917
   

10. Januar

Die Ententemächte geben in einer gemeinsamen Note erstmals ihre Kriegsziele bekannt.
12. Januar Hungerprotest vor dem Rathaus in Hamburg. Es folgen weitere öffentliche Proteste im dt. »Steckrübenwinter«.
22. Januar In einer Rede vor dem US-Senat fordert Präsident Wilson einen »Frieden ohne Sieg« und ein Selbstbestimmungsrecht der Völker.
01. Februar Das Deutsche Reich erklärt den uneingeschränkten U-Boot-Krieg.
03. Februar Die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab.
09. Februar Beginn des dt. »Unternehmen Alberich«: Rücknahme eines Frontbogens an der Westfront (dabei massive Zerstörungen).
08. März Ausbruch der russ. Februarrevolution: Abdankung des Zaren (15.3.) und Bildung einer Provisorischen Regierung.
11. März Brit. Truppen erobern Bagdad.
16.-19. März Dt. Rückzug in die »Siegfried-Stellung«.
26./27. März 1. Schlacht um Gaza.
06. April Die USA erklären Deutschland den Krieg.
07. April »Osterbotschaft« Wilhelms II.: Der Kaiser verspricht die Aufhebung des preußischen Dreiklassenwahlrechts nach Kriegsende.
09. April Angriff brit. Truppen (mit Tanks) bei Arras.
11. April Gründung der USPD in Gotha.
Mitte April »Hungerstreiks« in Berlin, Leipzig und anderen dt. Großstädten gegen die Verschlechterung der Lebensmittelversorgung. Die Proteste werden zunehmend politisch.
16. April Beginn der 3. Champagne-Schlacht (bis 25.5.) und der Schlacht am Chemin des Dames (Nivelle-Offensive).
17. April 2. Schlacht um Gaza (bis 20. 4.).
23. April Kriegszielkonferenz der Mittelmächte in Bad Kreuznach (»Kreuznacher Programm«).
29. April Meutereien frz. Einheiten am Chemin des Dames (bis Anfang Juni).
04. Mai Beginn der Beratungen des Verfassungsausschusses des Reichstags über Verfassungsreformen.
15. Mai Pétain löst Nivelle als Oberbefehlshaber ab.
18. Mai In den USA beginnt die Wehrerfassung aller Männer zwischen 21 und 30 Jahren.
07. Juni Beginn der Schlacht am Wytschaete-Bogen (leitet über zur 3. Flandern-Schlacht).
27. Juni Griechenland tritt der Entente bei.
29. Juni Griechenland erklärt dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn, dem Osmanischen Reich und Bulgarien den Krieg.
01. Juli Beginn der erfolglosen russ. Kerenski-Offensive (bis Ende Juli).
06. Juli Matthias Erzberger (Zentrum) fordert im Reichstag einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen. Bildung eines Interfraktionellen Ausschusses.
07. Juli Der bislang größte dt. Luftangriff auf London fordert 54 Tote und 190 Verwundete.
14. Juli Rücktritt Bethmann Hollwegs: Nachfolger wird Georg Michaelis.
19. Juli Friedensresolution« des Reichstags.
31. Juli Beginn der 3. Flandern-Schlacht (bis Anfang Nov.).
01. August Friedensnote des Papstes Benedikt XV.
05. August Meutereien in der dt. Hochseeflotte.
14. August China erklärt dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn den Krieg.
26. August Pétains Offensive bei Verdun führt zur Rückeroberung der Höhe »Toter Mann«.
02. September Alfred von Tirpitz und Wolfgang Kapp gründen die Deutsche Vaterlandspartei.
03. September Dt. Truppen besetzen Riga.
23. Oktober Dt. Verbände räumen den Chemin des Dames.
24. Oktober Beginn der 12. Isonzo-Schlacht (Caporetto): Durchbruch der Mittelmächte bis zur Piave (bis 2.12.).
26. Oktober Angriff kanad. Einheiten bei Passchendaele (Ypern-Bogen): Einnahme am 6. November
31. Oktober Gaza-Beerscheba-Schlacht (3. Schlacht um Gaza): brit. Durchbruch an der Sinai-Front.
01. November Reichskanzler Michaelis wird durch Graf Hertling abgelöst.
05. November Die dt.-österr. Kriegszielkonferenz in Berlin beschließt die Vereinigung des russ. Teils Polens und Galiziens mit dem Königreich Polen sowie die Angliederung von Litauen und Kurland an das Deutsche Reich (»Polen-Proklamation«).
07. November Oktoberrevolution (julianischer Kalender: 25. Okt.) in Rußland: Die bürgerliche Regierung wird durch die Bolschewiki unter Lenin gestürzt.
08. November »Dekret über den Frieden«: Internationaler Appell des russ. Kongresses der Arbeiter- und Soldatenräte zur Aufnahme von Friedensgesprächen (»Frieden ohne Annexionen und Kontributionen«).
20. November Beginn der Tank-Schlacht von Cambrai.
03. und 15. Dezember Waffenstillstandsverhandlungen der Mittelmächte mit Rußland in Brest-Litowsk.
06. Dezember Rußland proklamiert die Unabhängigkeit Finnlands.
07. Dezember Kriegserklärung der USA an Österreich-Ungarn.
Mitte Dezember Vollständige Besetzung Deutsch-Ostafrikas durch brit. Truppen.
22. Dezember Aufnahme von Verhandlungen zwischen Rußland und den Mittelmächten über einen Separatfrieden (Brest-Litowsk).
   

1918

Chronik Erster Weltkrieg 1918
   
08. Januar Präsident Wilson legt sein Vierzehn-Punkte-Programm zur Herbeiführung eines allgemeinen Friedens vor.
Mitte Januar Ausbruch von Massenunruhen und Streiks in Österreich.
24. Januar Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn lehnen Wilsons Vierzehn-Punkte-Programm ab.
28. Januar Massenstreiks in Berlin und anderen dt. Städten: Gefordert werden u. a. ein rascher Friedensschluß in Brest-Litowsk (»ohne Annexionen und Kontributionen«), ein demokratisches Wahlrecht sowie eine bessere Lebensmittelversorgung.
09. Februar Abschluß eines Separatfriedens zwischen der Ukraine und den Mittelmächten in Brest-Litowsk (»Brotfrieden«).
10. Februar Abbruch der Friedensverhandlungen durch Trotzki: Wiederaufnahme der Kampfhandlungen (18.2.) und rascher dt. Vormarsch ohne russ. Gegenwehr.
24. Februar Rumänien verhandelt mit den Mittelmächten über einen Friedensschluß.
26. Februar Erneute Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk.
03. März Unterzeichnung des Friedens von Brest-Litowsk: Rußland tritt Polen, die balt. Staaten, Finnland und die Ukraine ab.
März/April Vormarsch dt. Verbände im Kaukasus, auf der Krim sowie in Finnland.
21. März Beginn der dt. Frühjahrsoffensiven an der Westfront (bis Mitte Juli; Michael-Offensive bis 5.4).
22./23. April Brit. Flottenvorstoß gegen dt. U-Boot-Stützpunkte in Zeebrügge und Ostende.
07. Mai Friede von Bukarest: Rumänien und die Mittelmächte unterzeichnen einen Friedensvertrag.
27. Mai Dt. Offensive am Chemin des Dames (Aisne): Durchbruch bis zur Marne (30.5.).
14. Juni Nach mißlungenen Angriffen bei Noyon und Compiègne ordnet Ludendorff die Einstellung der Offensive an.
15.-25. Juni Die letzte Großoffensive österr.-ungar. Truppen in Italien bei Asiago und an der Piave scheitert.
09. Juli Entlassung von Staatssekretär Kühlmann auf Druck der OHL nach dessen Erklärung über Friedensmöglichkeiten (24.6.).
16./17. Juli Dt. Offensive an der Marne.
18. Juli Beginn der alliierten Gegenoffensive zwischen Soissons und Reims: Angriff der Franzosen bei Villers-Cotterêts mit 400 Tanks.
08. August Brit.-franz. Offensive bei Amiens führt zu schweren dt. Verlusten.
12.-15. September Erfolgreiche Offensive des amerik. Expeditionskorps gemeinsam mit frz. Verbänden am St. Mihiel-Bogen.
26. September Offensive alliierter Verbände zwischen Maas und Argonnen.
29. September Die OHL fordert Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen.
30. September Waffenstillstandsvertrag zwischen Bulgarien und der Entente.
01. Oktober Nach der Schlacht von Megiddo erobern brit. und arab. Truppen unter Führung von T. E. Lawrence Damaskus.
03. Oktober Nach dem Rücktritt von Graf Hertling (30.9.) wird Prinz Max von Baden zum Reichskanzler ernannt: Bildung einer parlamentarischen Regierung. Max von Baden ersucht die Alliierten um einen Waffenstillstand auf der Grundlage der Vierzehn Punkte (4./5.10.).
12. Oktober 2. dt. Note an USA (Regierung akzeptiert Wilsons Bedingungen).
14. Oktober 2. Wilson-Note präzisiert Bedingungen eines Waffenstillstands.
16. Oktober »Völkermanifest« Kaiser Karls I.: Zusicherung der Gleichberechtigung der Nationen der Habsburgermonarchie im Rahmen eines föderativen Staates.
21. Oktober Ausbruch revolutionärer Unruhen in Österreich.
24. Oktober Hindenburg und Ludendorff verlangen die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen.
26. Oktober Entlassung Ludendorffs. Sein Nachfolger wird Wilhelm Groener (4. OHL).
27. Oktober Österreich-Ungarn bietet den Alliierten Waffenstillstand und einen Sonderfrieden an.
28. Oktober Ausrufung der Republik Tschechoslowakei durch den Nationalausschuß (30.10: Slowakischer Nationalrat stimmt dem »gemeinsamen Staat von Tschechen und Slowaken« zu).
29. Oktober Einheiten der dt. Hochseeflotte in Wilhelmshaven weigern sich auszulaufen.
31. Oktober Unterzeichnung eines Waffenstillstands zwischen der Entente und dem Osmanischen Reich.
03. November Matrosenaufstand in Kiel: Arbeiter- und Soldatenräte übernehmen die Macht (4.11.). Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und der Entente.
05. November Lansing-Note.
05.-08. November Ausbreitung der revolutionären Bewegungen von Kiel aus auf ganz Deutschland u. a. mit dem Ziel einer sofortigen Beendigung des Krieges.
07. November Bildung einer Revolutionsregierung in München unter Kurt Eisner (USPD): Proklamation eines »Freistaat Bayern«.
08. November Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen in Compiègne.
09. November Abdankung Wilhelms II.: Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann und kurz darauf (»Sozialistische Republik«) durch Karl Liebknecht in Berlin. Friedrich Ebert (SPD) wird Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten (10.11.).
11. November Matthias Erzberger (Zentrum) unterzeichnet für das Deutsche Reich den Waffenstillstandsvertrag im Wald von Compiègne.
Chronik Erster Weltkrieg 1915

bearbeitet von Susanne Frank, Bibliothek für Zeitgeschichte Stuttgart

(Stand: April 2004)


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